derRevolutionär

Es ist dein Leben!

Frieden im Land

Sep 272014

Dieser Text ist nicht wütend, ganz im Gegenteil. Mir geht es gut, ich habe kaum materielle Sorgen, es gibt Menschen, die ich mit etwas Glück als Freunde bezeichnen kann. Ich habe ein Ziel, aber mein Leben ist noch nicht festgelegt. Ich gehöre zu den Glücklichen, die in ihrem Leben vieles von dem machen können, was sie wollen. Und selbst wenn ich mal wieder eine Fahne mit Hammer und Sichel aufmale, werde ich nicht für ewig im Kerker verschwinden. Ich kann fast alles sagen und mein Kreuz still und heimlich bei der MLPD machen. Freilich, die Umwelt geht den Bach runter, ich konsumiere Produkte, die ohne Gnade an unschuldigen Lebewesen ausgetestet wurden. Die Geheimdienste wetteifern mit der Börse um meine Daten und nebenan sterben unschuldige Kinder entweder am Mais, der in amerikanischen Autotanks und nicht in ihrem Mund gelandet ist, oder alternativ an deutscher Wertarbeit G36. Aber all das braucht mich nicht zu interessieren. Links und rechts von mir liegen vollkommen legale Drogen, das Glück ist nur eine Handbewegung entfernt. Ich kann zufrieden sein! Und wenn ich Mutti meine Stimme gebe, werden wir auch im nächsten Jahrzehnt noch Exportweltmeister sein.

Und auflehnen ist sowieso nur eine Mode. All die 14jährigen Mädchen fühlen sich mit Kippe im Mund und Wodka-Flasche in der Hand soo rebellisch. Wem das nicht reicht, setzt noch ein paar mal die Rasierklinge an und postet „forever alone“. Die nächste Beziehung ist zwei Wochen entfernt.

Auf all das ist die Industrie vorbereitet. Das richtige, „nerdige“ T-Shirt wird schon von Kindersklaven in Bangladesh genäht, 9gag und mademyday geben dir das richtige Gefühlschaos dazu. „Maybe I hit the road“ titelt die Werbung. Auf dem Weg zwischen uns und dem ewigen Glück liegt nur noch etwas Formaldehyd.

Dieser Text ist nicht wütend, er verbreitet keinen Hass, keine Hoffnung. Du musst nach dem Lesen nicht zur schwarz-roten Fahne in der Ecke greifen. Du darfst dich zurücklehnen. Wer an Hoffnung glaubt hat schon lange aufgegeben. Wir dürfen in Selbstmitleid versinken. Für alles andere geht es uns viel zu gut. Wir sind zu behäbig geworden, angelockt von dem bisschen Ruhe am Abend und 0,5% mehr Lohn. Was soll man da noch machen? Sich selbst befreien? Wovon? All den kleinen Süchten des Alltags? Aber wohin gehen? Die Zweifler stehen an allen Ecken. Am Ende bleibt ein Leben im Kampf gegen Windmühlen. Gefangen zwischen Zweckoptimismus, zu viel Ironie und der Flasche eines Getränks, das so politisch korrekt ist, das nur noch die Frage bleibt, was eigentlich überhaupt drin ist.

Gut fühlen im Einsatz für die Weltrettung. Wer vegan lebt, lebt länger, teilt mir PETA voller Selbstsicherheit mit. Auf die umweltfreundlich Stofftüte beim Supermarkt nebenan verzichte ich dann doch freiwillig. Rettungsroutine war einst das Wort des Jahres. Klimagipfel jagt Klimagipfel. Das und jenes ist schlecht für die Gesundheit. „Aha“ sagen wir. Lasst uns nach Berlin ziehen!

Hier könnte ein Schlußsatz stehen. Ein intelligentes Ende. Der Appell an den Lesenden zum Schluß. Aber er wird nicht kommen. Ich bin verwirrt. Das ist nicht meine Welt. Das ist mein Untergang. Der Anfang vom Ende, gestrandet im Meer des Richtigen im Falschen. Ein Adorno zum Ende geht bekanntlich immer.

Willkommen im Nirgendwo

Jul 132014

Ja, ich habe wieder einmal einen Blog aufgesetzt. Diesmal mit der Software nibbleblog. Und ja, ich habe auch vor, ihn diesmal zu nutzen, um all diese Dinge loszuwerden, die eh niemand hören will, die ich aber schon immer sagen wollte.

Es geht dabei nicht um streng geordnete Themen und die klügsten Gedanken. Es wird um Mitteilungen, Ideen, und etwas Unsinn gehen.
Ich werde mir vor allem ein Feld für ein politische Gedanken suchen, gemischt mit ein paar Dingen aus dem technischen Leben.

Wenn du also Lust hast, herauszufinden, warum der Erfinder von systemd unbedingt umgebracht werden sollte, whatsapp einfach scheiße ist und wir morgen die anarchosyndikalistische Revolution starten sollten, dann bist du genau richtig!

Herzlich Willkommen!

Atom

verwendet Nibbleblog